Der Bericht von Thomas Vonesch entstand als digitales Reisetagebuch während der Ruderfahrt. Der zu Reisebeginn auf der WhatsApp Community von «See-Club Zug Home Base» kommunizierte Link wurde von vielen Interessierten genutzt, um die Reise live mitzuverfolgen. Neben dieser Zusammenfassung liegt ein gedrucktes Fototagebuch im Clubraum auf oder kann mit dem Link am Schluss in Text und Bildern online gelesen werden. Organisiert wurde die Reise von René und Vreni Fasan. Dafür gebührt ihnen grosser Dank.
Von: Thomas Vonesch
Von Auffahrt bis Pfingstmontag haben wir in 10 Etappen den Main in Deutschland befahren und 29 Schleusen passiert. Mit drei gesteuerten Touren-Doppelvierer ruderten wir 322 Kilometer von Bamberg nach Aschaffenburg. Die Flussströmung unterstützte uns dabei. Das Wetter bot das volle Programm vom eiskalten Hagelregen bis schweisstreibenden Sonnenschein.
Der Main ist ein rund 527 km langer Fluss in Deutschland, der im Fichtelgebirge entspringt und bei Mainz in den Rhein mündet. Er fliesst durch bedeutende Städte wie Bamberg, Würzburg und Frankfurt am Main und ist ein wichtiger Schifffahrtsweg sowie wirtschaftliche Lebensader der Region. Sein Tal ist besonders für den Weinbau bekannt, vor allem im Bereich des Maindreiecks und Maintals in Franken.
Mit Bootsanhänger und Minibus gings vom Bootshaus in Zug los. In Bamberg traf sich das Team aus 17 Personen. Jeweils 15 ruderten in wechselnder Besetzung in den Booten «Chriesi», «Flaneuse» und «Take Five». Der Minibus mit 2 Personen beförderte jeweils das Gepäck und sorgte für das Mittags-Picknick.
Wir ruderten täglich zwischen 21 und 47 km, meist am Vormittag und Nachmittag. Pro Tag hatten wir bis zu 4 Schleusen zu passieren. Wir waren immer froh, wenn wir die Grossbootschleuse benutzen konnten, wo alle 3 Boote gleichzeitig hineinpassten. Oft hinter einem Fracht- oder Flusskreuzfahrtschiff. Ein Schleusenvorgang dauerte oft 30-45 Minuten und die Wartezeit davor manchmal fast genauso lange. In wenigen Fällen mussten wir jedoch in die Sportbootschleuse. Das bedeutete die Schleuse selbst zu bedienen und einzeln zu schleusen, weil die Schleusenkammer gerade mal 12 m lang und 2.5 m breit war.
Zwischen Bamberg und Aschaffenburg fliesst der Main durch malerische Auenlandschaften, entlang von steilen Weinbergen, durch mittelalterliche Städte und vorbei an beeindruckenden Festungen. Ein Höhepunkt war das Maindreieck bei Volkach, ein besonders reizvoller Abschnitt mit engen Flussschleifen und idyllischen Weinorten. Der Kuckuck grüsste uns entlang der ganzen Ruderstrecke. Störche beobachteten uns aus ihrem Nest beim Warten vor der Schleuse. Ein Reh starrte verwundert aus dem hohen Gras. Überall winkten Fischer, Camper und Radfahrer.
Neben dem sportlichen Teil kam auch Kultur, Geschichte und Kulinarik nicht zu kurz. Kürzere Etappen boten Gelegenheit für die Besichtigung der schmucken Städtchen entlang des Main. In diesen Erholungspausen genossen wir etwa einen Stadtbummel in Bamberg, eine Stadtbesichtigung in Würzburg, Wertheim oder Miltenberg. Auch die eine oder andere Weinprinzessin, etwa aus der Obereisenheimer Höll, verzauberte uns bei einer Weinverkostung mit Produkten aus Franken.
Rudern auf dem Fluss ist faszinierend anders als auf dem Zugersee.









